heart.wings.to.fly Rip out the wings of a Butterfly for your soul
13. Kapitel - amazing mother

~Yus Sicht~

Ich renne zu meiner Mutter, um ihr alles zu erzählen. Strify kann auf keinen Fall nach Hause, wenn sein Vater ihn schlägt. Ich bezweifle allerdings, dass es das einzige ist, was Strify auf dem Herzen liegt. Da ist noch mehr, was er mit sich herum schleppt und einfach niemandem sagen kann, oder will...

Nachdem ich meiner Mutter den Sachverhalt geschildert habe, erklärt sie sich bereit, Strify für ein paar Tage bei uns aufzunehmen. Sie will auch mit dem Vater von Strify reden, was ich eher für keine gute Idee halte, aber wenn sie meint. Ich kann sie sowieso nicht davon abhalten...

Als ich wieder in mein Zimmer komme, liegt Strify auf der Couch, hat die Augen geschlossen und scheint zu schlafen. Niedlich...

Ich nehme meine Decke von meinem Bett und breite sie über Strify aus. Damit er nicht friert. Ich setze mich auf mein Bett und gucke Strify beim Schlafen zu. Eigentlich sollte ich vielleicht mal in der Schule bescheid sagen, aber ich habe einfach keine Lust. "Ich wünschte, ich könnte, aber ich will nicht."

Also bleibe ich auf meinem Bett sitzen, starre so vor mich hin und denke nach. Plötzlich ertönt unsere Klingel. Ich ignoriere es mal. Meine Mutter wird schon aufmachen gehen. Kurze Zeit später höre ich Stimmen aus dem Flur. Eine davon ist eindeutig meine Mutter. Und die andere kenne ich nicht. Zumindest nicht, dass ich wüsste. Es ist eine Männerstimme. Irgendwie kommt sie mir doch sehr bekannt vor, aber im Moment weiß ich einfach nicht, wem ich sie zuordnen soll. Plötzlich wird die Haustür zugeschlagen und ich zucke heftig zusammen. Auch Strify erschrickt sich, öffnet die Augen und guckt sich um.

"Was'n los?", fragt er und reibt sich die Augen.

"Keine Ahnung.", gebe ich zu.

Schritte sind auf der Treppe zu hören. Dann wird meine Tür aufgerissen und meine Mutter steht im Rahmen. Ich gucke sie fragend an, was sich als ziemlich schwierig erweist, da ich mit dem Rücken zu meiner Tür sitze. Ich muss mich ziemlich veränken.

"Strify, dein Vater war gerade hier.", sagt sie, an Strify gewannt. Der fällt fast von der Couch.

"Wa? Ich... ich...", stottert er.

"Schon gut, ich habe ihn weggeschickt.", sagt sie und lächelt, "ich mache gleich Frühstück. Und Yu? Vergiss bitte nicht, dich zu informieren, was in der Schule los ist. Ich werde euch eine Entschuldigung schreiben."

"D...Danke...", stottert Strify und senkt den Blick. Er scheint etwas verwirrt zu sein, der Kleine...

Als meine Mutter das Zimmer verlassen hat, guckt Strify mich an.

"Du hast eine tolle Mutter, habe ich dir das schon mal gesagt?", meint er.

"Nee, aber das wusste ich auch schon vorher.", antworte ich grinsend. Meine Mutter ist wirklich toll....

Mich würde aber mal interessieren, was sie mit Strifys Vater zu bereden hatte... Und was sein Vater nun tut... Egal, was nun auf Strify zukommt, ich bin für ihn da. Und nebenbei muss ich mir auch noch Gedanken, um meine Gedanken machen, wegen Kiro... Es verwirrt mich...

10.11.07 20:23


12. Kapitel - best Friend

~Strifys Sicht~

Ich bin so froh, Yu zu haben. Was würde ich nur ohne ihn tun? Ich weiß es nicht. Ehrlich nicht.

"Strify? Willst du... willst du darüber reden?", fragt Yu, in dessen Armen ich immer noch liege. Ich gucke ihn an.

"Ich... Yu... Ich hab versucht, mir das Leben zu nehmen.", fange ich an, zu erzählen. Er hat ja recht, ich muss ihm wenigstens erzählen, was letzte Nacht passiert ist. Ich finde, dass er es verdient hat, es zu erfahren. Er ist einfach ein toller Freund.

"Du... Du hast was? Strify... Ich... Mensch, Kleiner...", stammelt Yu, weiß anscheinend nicht genau, was er sagen soll. Er drückt mich noch etwas mehr an sich.

"Warum hast du das versucht? Und wie? Und... Woher kommen die blauen Flecken?", fragt Yu, nachdem ich nichts mehr sage.

"Ich... wollte halt einfach nicht mehr. Und... Ich wollte von einer Brüge springen...", fange ich wieder an und berichte dann Yu:

+Rückblick*

Nachdem dieser Fremde mich gerettet hatte, lag ich weinend in dessen Armen. Ich wusste nicht mehr ein, noch aus. Ich wollte doch...

"Komm, ich bringe dich nach Hause.", sagte der Fremde, zog mich auf die Beine und nahm mich an die Hand. Ich fühlte mich etwas, wie ein kleines Kind, das seinen Teddybären verloren hatte...

"Wo wohnst du?", hatte mich der Fremde gefragt und ich sagte es ihm. Wir liefen zu zweit den langen Weg zurück nach Hause. Ich war verwirrt. Und wollte nur noch schlafen. Deswegen sagte ich auch nichts, während der Fremde die ganze Zeit beruhigend auf mich einredete, nichts besonderes, ganz alltägliche Dinge eben. Er erwähnte meinen Selbstmordversuch mit keiner Silbe und redete auch nicht auf mich ein, wie toll das Leben doch sei. Und ich war ihm dankbar dafür, dass er es nicht tat und doch nicht schweigend neben mir her lief. Ich hörte zwar nicht wirklich, was er sagte, aber seine Stimme beruhigte mich ungemein...

Nach einer Unendlichkeit kamen wir bei mir an. Der Fremde lächelte mich an, bevor er ohne ein weiteres Wort zu verlieren ging. Ich blickte ihm eine halbe Ewigkeit hinterher... Er hatte mein Leben gerettet...

Plötzlich wurde die Tür zu unserem Haus aufgerissen und mein Vater stand in der Tür, sah mich wütend an.

Bevor ich irgendetwas tun oder sagen konnte, hatte er mich schon ins Haus gezerrt und mich angeschrieen:

"Was fällt dir ein? Die ganze Nacht einfach weg zu bleiben! Du hast mir nicht mal gesagt, dass du weg gehst."

Ich war nicht in der Lage, ihm zu antworten. Ich war einfach nur müde und verwirrt. Ich wollte in mein Bett.

"Antworte gefälligst! Was fällt dir ein?", schrie er, packte mich an den Schultern und schüttelte mich. Ich erschrak. Noch nie hatte ich ihn so wütend gesehen. Natürlich kam es öfters vor, dass er ausrastete und mich anschrie, aber handgreiflich, ist er bis jetzt noch nie geworden... Als er anfängt, auf mich einzuschlagen, weiß ich nicht mehr, ob das alles nur ein Traum, oder die Wirklichkeit ist...

+Rückblick Ende*

Yu sieht mich mit großen Augen an, als ich zuende geredet habe.

"Wie kann er das nur tun? Ich rede gleich mal mit meiner Mutter und frage, ob du hier bleiben kannst, für eine Weile. Das kann der doch echt nicht machen.", fängt er an zu meckern und steht auf, um zu seiner Mutter zu gehen.

Ich lächle müde. Er ist einfach ein zu guter Freund, den ich gar nicht verdient habe.

4.11.07 19:51


11. Kapitel - Don't leave me alone

~Yus Sicht~

Ich fahre heute nicht mit dem Bus, denn es dauert mir zu lange, bis der kommt. Bis dahin hat Strify sicher schon was äußerst dummes gemacht. Deshalb renne ich den ganzen Weg bis zur Schule. Dementsprechend erschöpft bin ich, als ich ankomme. Strify steht vor dem Schulhof und sieht schon von weitem aus, wie ein Häufchen Elend. Mein armer Strify... Ich überwinde die letzten Meter zu ihm und als ich ihn aus der Nähe sehe, trifft mich fast der Schlag. Er hat ein blaues Auge, ist tränenverschmiert und ungestylt. Er sieht schlimm aus...
Ich nehme den zitternden Körper vor mir in den Arm. Strify legt seinen Kopf sofort auf meine Schulter und fängt an, zu schluchzen. Ich streiche ihm beruhigend über den Rücken. Ich bin ziemlich überfordert. Was ist boß passiert? Woher hat Strify das blaue Auge? Ich mache mir schon wieder Sorgen um meinen besten Freund.
"Hey ihrs. Was steht ihr denn hier draußen rum?", höre ich plötzlich eine mir sehr bekannte Stimme. Strify zuckt merklich zusammen und versucht, sich zu verstecken. Er will nicht, dass man ihn so sieht. Ich kann ihn da verstehen. Ich drücke ihn etwas näher an mich und gucke dann zu Kiro, der mit schiefgelegtem Kopf neben uns steht.
"Was denn mit euch los? Was ist denn passiert?", fragt er und kommt noch etwas näher. Das wüsste ich auch mal gerne.
"Ähm.. Hi, Kiro. Kannst du mir einen Gefallen tun? Sag unserem Lehrer, den wir jetzt gleich haben, dass Strify und ich wieder nach Hause gegangen sind, weil es Strify ganz und gar nicht gut geht.", sage ich, damit Kiro wieder geht. Das darf man nun nicht falsch verstehen, ich mag Kiro - sehr sogar, aber jetzt im Moment kann ich ihn gar nicht gebrauchen.
"Ähm... Oke, mach ich!", sagt Kiro und scheint begriffen zu haben, dass Strify jetzt Ruhe braucht. Ich nicke Kiro zu und ziehe dann Strify hinter mir her, weg von der Schule. Ich glaube, man kann verstehen, wenn er heute mal nicht zur Schule geht. Ich glaube nämlich, dass das blaue Augen nicht die einzige Blessur ist, die seinen Körper ziehren. Ich frage mich, was passiert ist. Aber ich weiß, dass ich Strify jetzt nicht danach fragen kann. Er wird erst mal nicht mit mir darüber reden wollen...
Ich bringe Strify erst mal zu mir nach Hause. Ich weiß ja nicht, was bei Strify zu Hause wieder los ist...
Als ich die Tür aufsperre, kommt mir meine Mutter entdgegen und guckt mich fragend an. Als sie Strify sieht, der sich an mich klammert ist sie geschockt, rennt wieder weg und ich gehe erst mal in mein Zimmer, wo ich Strify auf meine Couch verfrachte. Der kleine will mich einfach nicht los lassen.
"Lass... lass mich bitte nich alleine.", flüstert er und legt sein Gesicht an meine Schulter. Ich nehme ihn wieder in den Arm. In diesem Moment kommt meine Mutter mit einem Tablett in mein Zimmer. Sie hat Kekse und warme Milch für uns gemacht. Ich mag meine Mutter total. Sie versteht immer alles und weiß sofort, was zu tun ist.
"Danke.", sage ich dankbar, denn Strify liebt Kekse...
Ich hoffe, Strify redet bald mit mir, was mit ihm los ist...

4.11.07 13:59


10. Kapitel - sleepless night

~Yus Sicht~

Als ich in der Nacht in meinem Bett liege, kann ich die ganze Zeit nur an zwei Dinge denken: an Strify, weil ich mir verdammt Sorgen um ihn mache. Und an Kiro. Warum ich an Kiro denke, weiß ich nicht wirklich. Er geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Die ganze Zeit wälze ich mich in meinen Bett von einer Seite auf die andere und kann nicht schlafen. Es ist zum verrückt werden. Letztendlich stehe ich um ein Uhr nachts auf, mache mich in aller Ruhe fertig. Ich kann eh nicht mehr schlafen und wenn ich früher aufstehe, kann ich wenigstens noch die Hausaufgaben machen, die ich gestern nicht mehr geschafft habe, zu machen, da ich ja die ganze Zeit mit Kiro unterwegs gewesen bin. Da, schon wieder dieser Name. Ich werde wahnsinnig. Das kann doch nicht normal sein, dass mir ein Junge so sehr im Kopf herum spuckt...
Ich möchte jetzt auf der Stelle mit jemandem reden, der sich mit so etwas eventuell auskennt. Aber ich kenne niemanden... Der einzige, der mir einfällt, mit dem ich reden könnte, wäre Strify.
Ich gucke auf die Uhr. Es ist nun mittlerweile drei Uhr. Ich brauche ja schließlich auch immer eine Ewigkeit, um mich zu stylen und die Hausaufgaben habe ich noch nicht mal angefangen. Ich beschließe, erst mal meine Aufgaben zu erledigen und dann noch mal Strify anzurufen...
Gedacht, getan. Ich fange mit Mathe an, weil ich da eigentlich ziemlich gut bin und gehe dann weiter zu Deutsch, bis hin zu Englisch...
Es ist bereits sechs Uhr, als ich endlich mit all meinen Hausaufgaben fertig bin. Ich habe schon mal etwas vorgearbeitet und auch die Hausaufgaben, die ich nicht für heute brauche, fertig gemacht.
Jetzt kann ich Strify anrufen. Er wird hoffentlich auch schon wach sein...
Ich schnappe mir mein Handy und wähle seine Nummer...
"Der gewünschte Gesprächspartner ist zur...", höre ich es wieder und lege auf. Warum macht der Honk sein Handy nicht an? Gerade will ich mein Handy zur Seite legen, als es klingelt. Ich zucke erschrocken zusammen und nehme dann ab.
"Ja?", frage ich und wundere mich darüber, wer mich denn so früh anrufen will.
"Yu...", höre ich die tränenerstickte Stimme von Strify.
"Strify, was ist los? Wo bist du? Warum war dein Handy aus? Und warum weinst du?", frage ich drauf los, ohne dabei Luft zu holen.
"Ich... ich... kann ich zu dir kommen?", fragt er und klingt ziemlich verzweifelt.
"Ja... Nein. Also... ach wo bist du denn?", frage ich, selbst völlig verwirrt.
"Ich... bin... ich bin an der Schule. Ich... Yu ich kann nicht mehr, bitte hol mich hier raus.", weint er. Was ist denn bloß passiert, dass es ihm nun so schlecht geht?
"Dann beweg dich nicht von der Stelle, ich komme sofort!", sage ich und lege wieder auf. Zum Glück bin ich schon fertig. Ich renne dioe Treppen runter, stoße fast mit meiner Mutter zusammen, die mich überrascht ansieht. Normalerweise würde ich um diese Zeit auch noch schlafen...

3.11.07 19:15


9. Kapitel - Save my Life

~Strifys Sicht~

Leise ziehe ich mir Schuhe und Jacke an, schleiche mich aus dem Haus und gehe los. Ein letztes Mal drehe ich mich um und gucke zu dem Haus, in dem ich so viele Jahre gelebt habe, aber ich drehe mich nicht mehr um...
Schritt für Schritt gehe ich weiter. Weiter, und weiter... Der Weg ist lang, aber ich gehe tapfer weiter, auch, wenn ich nach einer Weile meine Beine kaum noch spüre, was einerseits daran liegt, dass ich so müde bin, und andererseits daran, dass es so verdammt kalt ist. Aber ich verliere mein Ziel nicht aus den Augen. Ich gehe weiterhin stur darauf zu. Ich werde ganz sicher nicht umkehren. Nicht jetzt...
Ich brauche mindestens eine Stunde, um dort anzukommen... Mein Ziel; es ist eine Brücke...
Ich atme tief ein, und aus, klettere dann behutsam über die Brüstung der Brücke, halte mich aber immer noch fest. Ich starre in den Abgrund. Es ist hoch, sehr hoch. Ich sehe die Autos unter mir ganz klein unter der Brücke durchfahren. Es tut mir leid, den Menschen, die um diese Zeit noch unterwegs sind, mit meinen Problemen zu belasten, aber ich kann nicht anders...
Ich muss nur noch los lassen. Ein Wind kommt auf, streicht durch meine Haare... >Jetzt loslassen<, denke ich mir... Vorsichtig nehme ich eine Hand von der Brüstung. Nun halte ich mich nur noch mit einer fest.
"Willst du das wirklich tun?", höre ich eine Stimme hinter mir und ich zucke zusammen, lasse dabei beinahe los, kann mich aber doch noch in letzter Sekunde festkrallen. Mein Herz rast. Ich drehe mich vorsichtig um und sehe jemanden, der einem Menschen ähnlich sieht, den ich verloren habe. Mich trifft fast der Schlag, als ich diese schwarzen, langen Haare sehe...
"Ich... ich...", stottere ich, klammere mich dabei an dem kalten Metal, aus dem die Brüstung beseteht, fest.
"Komm. Es gibt so viele Dinge, für die es sich zu leben lohnt. Wirf es nicht einfach so weg.", redet der Mensch, der vor mir steht, beruhigend auf mich ein. Tränen finden ihren Weg über meine Wagen. Ich will doch gar nicht mehr leben. Ich will nicht mehr.
"Gib mir deine Hand.", sagt der Schwarzhaarige. Er streckt mir seine Hand entgegen und ich starre sie an. Es verwirrt mich...
Zögernd ergreife ich seine Hand. Sie ist warm und es gibt mir halt. Ich weiß nicht, was gerade mit mir passiert...
Plötzlich rutsche ich aus, verliere den Halt, aber ich werde festgehalten...
Ich bekomme Panik. Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, was ich eigentlich will - ob ich wirklich aus diesem Leben gehen will. Ich bekomme Angst. Es wäre besser gewesen, wenn ich sofort gesprungen wäre, wenn ich mich nicht mehr festgehalten hätte...
Tränen laufen über meine Wangen und ich blicke nach unten. Es ist so verdammt hoch.
"Hab keine Angst, ich lasse dich nicht los!"
Ich klammere mich an die Hand. Ich habe Angst.
"Hab keine Angst.",wiederholt die Person, die mich festhält und zieht mich langsam wieder hoch. Als die Person mich über die Brüstung gezogen hat, falle ich ihr in die Arme und sie auf den Boden.
Ich fange an zu schluchzen. Schon so oft hatte ich daran gedacht, mir das Leben zu nehmen, konnte den Mut aber nie fassen. Und heute, wo ich es beinahe geschafft hätte, werde ich gerettet... Ich kann nicht mehr...

1.11.07 03:23


8. Kapitel - Sorry

~Strifys Sicht~

Den ganzen Tag sitze ich in meinem Zimmer und denke nach. Mein Leben erscheint mir so sinnlos, wie noch nie zuvor. Ich frage mich, ob jedem Jugendlichen irgnedwann mal im Laufe des Jugendlichen-Daseins, diese Gedanken durch den Kopf gehen. Ich finde mein Leben wertlos. Es ist langweilig, alles andere als aufregend und diese Erinnerung lässt mich einfach nicht los. Zu allem Übel muss ich meinen besten Freund auch noch vergraulen. Bei dem Gedanken an Yu, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Er versucht nur, mir zu helfen und ich weise ihn jedesmal von mir. Ich bin kein wirklich guter Freund. Ständig ist er für mich da, ohne zu wissen, was eigentlich mit mir los ist. Und ich weise ihn ständig von mir. Außerdem glaube ich, dass Yu seine eigenen Sorgen vor mir verbirgt, nur, damit ich mir nicht noch mehr Gedanken mache. Und das nennt sich Freund?
Ich seufze. Ich will diesem Leben entfliehen. Ich will es nicht mehr leben, schon lange nicht mehr. Bis jetzt hat mir allerdings immer der Mut gefehlt, es zu beenden. Es wird allen besser gehen, wenn ich nicht mehr da bin. Yu braucht sich keine Sorgen mehr um mich zu machen und mein Vater wird froh sein, mich nicht mehr ertragen zu müssen.
Dieser Entschluss festigt sich in mir...
Ich gehe hinunter ins Wohnzimmer, wo mein Vater am Pc sitzt. Er arbeitet meistens von Zuhause aus.
"Kann ich mal kurz telefonieren?", frage ich kleinlaut.
Er guckt nicht mal auf, als er ein 'ja' murmelt. Das bekräftigt meinen Entschluss noch mehr. Aber vorher...
Ich nehme das Telefon und verschwinde wieder in meinem Zimmer. Zitternd wähle ich Yus Nummer.
"De Bur?", höre ich seine Mutter an der anderen Leitung sagen.
Ich räuspere mich, bevor ich anfange, zu sprechen: "Ist Yu da?"
"Nein, der ist heute noch nicht da gewesen.", sagt sie.
"Oh... Oke. Ähm... Dann grüßen sie ihn mal schön von mir.", sage ich. Eigentlich hatte ich ja vor, mich zu entschuldigen, aber das muss ja nicht unbedingt auch noch seine Mutter mitbekommen...
"Oke. Kann ich ihm sonst noch etwas von dir ausrichten?", fragt sie. Ich überlege kurz...
"Nein, ist schon oke, ich rufe einfach später noch mal an.", behaupte ich, auch wenn es nicht stimmt.
"Oke, Strify. Dann machs gut.", sagt sie. Ihre Stimme ist immer so ruhig. Sie ist wirklich sehr nett...
"Aufwiederhören.", sage ich höflich und lege dann auf. Es ist schade, dass ich mich nicht mehr bei Yu entschuldigen kann... 
Für mich gibt es jetzt jedenfalls kein Zurück mehr. Ich habe mich damit abgefunden, mit meiner Idee, mit meinem Entschluss... Ich werde es tun...
Ich bringe das Telefon zurück ins Wohnzimmer und vergewissere mich, dass mein Vater noch immer am Arbeiten ist. Wenn er an seinem Pc sitzt, merkt er die Welt um sich herum kaum noch. Es wird leicht sein, mich aus dem Haus zu schleichen...

30.10.07 18:05


7. Kapitel - New Friends... And headaches about old Friends...

~Yus Sicht~

Jetzt lässt Strify mich hier einfach alleine stehen. Ich komme überhaupt nicht an ihn ran. Langsam wird mir das ganze auch zu blöd. Ich habe keine Lust, ihm immer hinterher zu rennen. Natürlich habe ich ihn gern, und natürlich ist er mein bester Freund. Aber wenn er sich von mir nicht helfen lassen will, dann kann ich ihm auch nicht helfen...
Gerade will ich mich auf den Nachhauseweg machen, als ich plötzlich beim Namen gerufen werde: "Yu!"
Ich drehe mich um und sehe in die Richtung, aus der die Stimme kam.
Auf mich kommt dieser Neue - wie hieß er noch gleich? - zugerannt und bleibt schließlich total außer Atem vor mir stehen.
"Hey.", sage ich. Ich habe wirklich keinen Plan mehr, wie er heißt.
"Hi.", sagt er, noch immer außer Atem.
Ich sehe ihn fragend an. Was will er denn jetzt von mir? Er scheint meinen Blick zu verstehen und fängt sofort an, zu plappern: "Ich habe vorhin mitbekommen, wie du dich mit deinem Banknachbern unterhalten hast... Und ich habe mitbekommen, dass sich dein Freund... nun... ritzt."
Ich ziehe eine Augenbraue hoch, als dieser Junge vor mir, der erheblich kleiner ist als ich. Dieser räuspert sich.
"Ich habe auch einen Freund... ähm... der das macht.", meint er etwas betreten. Warum erzählt er mir das? Ich schaue ihn etwas verständnisslos an.
"Wie dem auch sei. Hast du heute was vor?", fragt mich der kleinere und guckt mich lieb an. Irgendwie überrumpelt er mich damit ein bisschen.
"Äh... Eigentlich wollte ich mit Strify irgendwas machen... Aber... Der will irgendwie nicht.", meine ich murrend. Es verletzt mich natürlich, dass er nicht mit mir über seine Probleme redet. Zumal wir uns schon so lange kennen...
"Oke, dann lass uns was zusammen machen.", meint er, schnappt sich meine Hand und zieht mich hinter sich her. Nun bin ich echt platt. Mit so was habe ich überhaupt nicht gerechnet. Aber da ich eh nichts besseres vor habe, kann ich ja auch mit ihm mit gehen...

Am Abend komme ich etwas verwirrt und erschöpft nach Hause. Kiro und ich haben den ganzen Nachmittag zusammen verbracht, geredet und so. Ist schon kommisch, da ich ihn ja kaum kenne...
Meine Mutter begrüßt mich schon an der Haustür.
"Strify hat angerufen.", sagt sie, nachdem sie ein 'hallo' verlauten lies.
"Was wollte er?", frage ich verwirrt. Er wollte doch heute Nachmittag nichts mit mir unternehmen. Und jetzt ruft er hier an?
"Weiß ich nicht. Er meinte, ich solle dir einfach einen schönen Gruß von ihm ausrichten.", meint meine Mutter, die schon wieder auf dem Weg in die Küche ist. Ich folge ihr. Das muss ich jetzt genauer wissen.
"Mehr hat er nicht gesagt?", frage ich weiter. Sie schüttelt den Kopf.
Ich finde das höchstmerkwürdig. Sofort renne ich in mein Zimmer und rufe Strify auf seinem Handy an, aber es ist nur eine elektronische Ansage zu hören: "Der gewünschte Teilnehmer ist zur Zeit nicht zu erreichen, bitte versuchen sie es später nocheinmal."
Strify hat sein Handy also ausgeschaltet. Sollte ich mir jetzt Sorgen machen?

30.10.07 00:54


6. Kapitel - Cause for Concern, I need loneliness

~Yus Sicht~

Und wieder ein Schultag. Ich hasse Schule. Aber was soll man machen?!
Es ist gerade mal halb acht und ich bin schon auf dem Weg zur Schule. Wo ist eigentlich Strify schon wieder? Ich habe ihn nicht an der Bushaltestelle, wo er normalerweise einsteigt, gesehen. Vielleicht wird er wieder von seinem Vater gefahren. Oder er ist krank. Wobei er gestern gar nicht so aussah, als sei er krank...
Den ganzen Weg zur Schule mache ich mir Gedanken um ihn. Ich mache mir einfach Sorgen um meinen besten Freund...
Endlich angekommen, steige ich aus dem Bus, laufe die letzten paar Meter zur Schule. Es ist noch dunkel, weil es im Winter um diese Zeit einfach immer noch dunkel ist. Ich liebe es, in der Dunkelheit durch die Gegend zu laufen...
Plötzlich sehe ich vor mir eine Gestallt und identifiziere sie sofort als Strify. Ich gehe ungewollt etwas schneller. Bei ihm angekommen tippe ich ihm auf die Schultern, da er mit dem Rücken zu mir steht und mich somit nicht sehen kann. Er zuckt erschrocken zusammen und dreht sich zu mir um. Mich trifft fast der Schlag, als ich ihn sehe. Er hat sich nicht geschminkt und sieht irgendwie so aus, als habe er die halbe Nacht nicht geschlafen. Nun mache ich mir noch mehr Sorgen.
"Strify, was ist los? Du siehst nicht gut aus.", sage ich.
Er weicht meinem Blick aus und starrt auf den Boden.
"Ich... Ich hab einfach nur nicht gut geschlafen.", meint er schulterzuckend. Ich glaube ihm nicht. Ich kenne ihn schon lange und ich merke, wenn er lügt.
"Strify, was ist los? Du weißt, dass du mich nicht anlügen kannst.", sage ich und versuche, in seine Augen zu sehen, aber er guckt mich einfach nicht an.
"Mir gehts gut. Ich konnte nur nicht schlafen, oke?!", sagt er schon etwas angenervt.
Ich seufze. Es hat keinen Sinn, Strify auszuquetschen, er lässt mich ja doch nicht an sich ran.
"Wir sollten rein gehen.", meine ich nach einer Weile des Schweigen. Er nickt und zusammen machen wir uns auf den Weg...
Im Klassenzimmer angekommen, setzen wir uns auf unsere Plätze. Die meisten anderen Schüler sind schon da...
Der Lehrer lässt nicht lange aufs sich warten und der Unterricht beginnt.
Strify sitzt reglos neben mir und starrt aus dem Fenster. Ich beobachte ihn dabei. Er sieht traurig aus. So unendlich traurig. Und ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann. Plötzlich fällt mir etwas auf. Der Ärmel seines Pullovers ist hochgerutscht und gibt den Blick frei auf zwei Wunden, ziemlich nah an der Pulsader. Ich bekomme fast einen Herzinfarkt. Ich dachte, er hätte damit aufgehört... Ich nehme seinen Arm und schiebe den Pullover noch etwas weiter nach oben. Strify sieht mich verwirrt an.
"Was hast du gemacht?", flüstere ich, denn ich habe keine Lust, dass der Rest der Klasse etwas mitbekommt. Und der Lehrer muss es auch nicht unbedingt hören.
Strify zieht mir seinen Arm weg und schiebt den Pullover wieder über die Wunden.
"Hab... mich geschnitten.", meint er flüsternd.
"Das sehe ich auch. Aber... Ich dachte, du hättest damit aufgehört.", sage ich.
Er zuckt mit den Schultern und weicht schon wieder meinem Blick aus.
Ich weiß nicht, was ich dazu noch sagen soll. Ich mache mir wirklich große Sorgen um Strify. Aber ich komme einfach nicht an ihn ran. Ich kann ihm nicht helfen, solange er sich nicht helfen lassen will....


~Strifys Sicht~

Ich kann mich heute gar nicht auf den Unterricht konzentrieren. Ich schweife immer und immer wieder mit meinen Gedanken ab, verliere mich irgendwo in der Ewigkeit. Es ist, als wäre ich gar nicht wirklich da. Mein Körper sitzt hier, aber mein Geist ist weit, weit weg.
Ich werde erst aus meinen Gedanken gerissen, als Yu meinen Arm ergreift. Er streift meinen Pullover etwas nach oben, so dass meine Wunden, die ich mir gestern zugefügt habe, sichtbar werden.
"Was hast du gemacht?", fragt er mich flüsternd. Ich beiße mir auf die Lippe. Ich hätte es mir doch verbinden sollen.
"Hab... mich geschnitten.", sage ich.
"Das sehe ich auch. Aber... Ich dachte, du hättest damit aufgehört.", sagt Yu entsetzt. Ich zucke mit den Schultern, ziehe meinen Arm zurück und schiebe meinen Pullover wieder über die Wunden. Ich habe wirklich schon öfters geritzt, hatte auch damit aufgehört... Bis gestern.
Ich versuche Yus Blicken auszuweichen, die er mir zuwirft. Ich weiß, dass er mir nur helfen will. Aber ich kann nicht mit ihm reden. Jedes Mal, wenn ich es versuche, kommen keine Worte über meine Lippen. Es geht einfach nicht. Es ist, als würde irgendetwas in mir sich dagegen wehren...
Die Zeit will heute einfach nicht vergehen. Die Uhr tickt - viel zu laut. Die Schüler sind heute stiller als sonst...
Tickend vergeht die Zeit, langsam, viel zu langsam. Da ich die Nacht kaum geschlafen habe, bin ich nun auch ziemlich müde. Ich möchte einfach nur noch nach Hause und in mein Bett. Ich bereue das, was ich gestern getan habe.
Ohne wirklich zu wissen, was ich mache, kremple ich meinen Ärmel wieder hoch und starre auf die roten Spuren...

Endlich ist der Unterricht vorbei. Ich will nur noch nach Hause...
"Strify, warte mal.", ruft Yu, den ich versucht habe, im Klassenzimmer abzuhängen. Hat wohl nicht ganz geklappt.
Yu holt mich ein, hält mich am Handgelenk fest, weil ich einfach nicht stehen bleiben wollte.
"Strify, unternehmen wir heute was?", fragt er mich, während er sich vor mich hinstellt und mich mit schiefgelegtem Kopf ansieht.
"Ähm.. Nee... Heute ist schlecht.", lüge ich. Ich kann im Moment keine Gesellschaft ertragen.
"Strify, was ist los mit dir? Rede doch bitte mit mir!", sagt Yu und sieht mich dabei schon fast flehend an. Ich beiße mir wieder auf die Lippe. Ich weiß ja, dass er es nur gut meint... "Tut mir leid, aber... ich kann nicht.", sage ich und gehe an ihm vorbei. Es tut mir ja leid, ihn jetzt stehen zu lassen, aber ich brauche jetzt meine Ruhe. Außerdem kann ich es ihm einfach nicht erzählen. Es ist, als hätte ich eine Mauer um mich herum aufgebaut, die niemanden wirklich an mich heranlässt. Und ich kann diese Mauer weder überwinden, noch zum Einsturz bringen...
Ich merke, wie Yu mir immer noch hinterher starrt. Es tut mir leid, ihn mit meinem Verhalten zu verletzen, aber ich kann einfach nicht anders...

28.10.07 03:11


5. Kapitel - I scar myself you see I wish it wasn't me

~Strifys Sicht~

Zuhause angekommen, führt mich mein erster Weg in mein Zimmer. Ich weiß, dass mein Vater da ist, aber ich will ihn nicht sehen. Ich will niemanden sehen. Ich möchte alleine sein...
Ich stehe mitten in meinem Zimmer und gucke in die Ferne. Ich fühle mich so leer... Alles um mich herum scheint weiter zu gehen, alles dreht sich, nur ich bleibe stehen...
Warum lassen mich die Erinnerungen nicht los? Warum kann ich einfach nicht vergessen?
Ich starre aus dem Fenster. Es hat angefangen zu regnen. Dicke Tropfen schlagen gegen das Fenster. Der Himmel ist grau und es scheint, als habe sich das Wetter meiner Stimmung angepasst.
Mir ist kalt. Ich habe das Gefühl, von innen zu verbrennen und von außen zu erfrieren.
Tränen bilden sich in meinen Augen. Ich halte sie nicht zurück. Schmerzhaft sind nur die Tränen, die man nicht geweint hat.
Wie in Trance gehe ich auf meine Anlage zu, schalte sie ein. Aus den Boxen klingt das Lied: Nur zu Besuch. Es ist ein wunderschönes, trauriges Lied...
Ohne darüber nachzudenken, was ich tue, gehe ich zu meinem Schreibtisch, öffne die Schublade und hole mein Taschenmesser heraus. Schon lange liegt es dort in meiner Schublade...
In Gedanken versunken kremple ich den Ärmel meines Pullovers hoch, lasse das Taschenmesser aufschnappen und berühre mit der kalten Klinge meinen Unterarm. Langsam setze ich an und ziehe das Metal durch mein Fleisch. Sofort rinnt Blut über meinen Arm. Tränen fallen darauf und vermischen sich mit der roten Flüßigkeit...
Ich spüre den Schmerz nicht...
Ich lasse mich treiben, höre dem Klang der Musik zu.
Wieder setze ich das Messer an und ziehe es durchs Fleisch... Mehr und mehr Blut quillt aus den Wunden. Es tropft auf den Boden...
Plötzlich klopft es an die Tür. Ich zucke erschrocken zusammen, schmeiße das Messer zurück in die Schublade und ziehe den Ärmel meines Pullovers über meine Wunde. In diesem Moment wird die Tür geöffnet und mein Vater steht im Türrahmen.
"Hälst du es gar nicht mehr für nötig, guten Tag zu sagen? Und wie siehst du eigentlich aus?", fragt er.
Ich wische mir schnell mit einem Ärmel über die Augen. Jetzt sehe ich sicher scheußlich aus...
"Ich... Mir gehts nicht gut.", sage ich und versuche das Brennen auf meinem Arm, dass mittlerweile eingesetzt hat, zu ignorieren. Mein Vater sieht mich mit einem seltsamen Blick an. Ich starre auf den Boden und hoffe, dass er nicht das Blut auf dem Boden sieht.
"Was ist mit Hausaufgaben? Hast du die schon gemacht?", fragt er. Mein Herz zieht sich zusammen. Es interessiert ihn nicht, dass es mir schlecht geht. Er sieht nicht, wie sehr ich leide. Ich glaube, er würde es nicht mal merken, wenn ich heute sterben würde. Das Blut auf dem Boden bemerkt er auch nicht.
"Ich... hab sie noch nicht gemacht.", sage ich und versuche dabei nicht zu traurig zu klingen. Wenn er meine Traurigkeit, meine Verzweiflung nicht sehen will, will ich sie ihm auch nicht zeigen. Ich bin ihm doch schei*egal.
"Dann setz dich ran. Du hast sicher eine Menge zu tun.", sagt er, bevor er mein Zimmer wieder verlässt und die Tür schließt.
Ich lasse mich auf meine Knie fallen, fange wieder an zu weinen. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Ich will aus diesem Leben raus! Ich kann und will es nicht mehr leben!
28.10.07 00:50


4. Kapitel - Someone new

~Strifys Sicht~

"Da bekommen wir einen neuen Schüler, und ich habe es nicht gewusst.", mault Yu und schüttelt dabei den Kopf. Ich weiß gar nicht, warum er sich so aufregt. Es ist schließlich ein ER und keine SIE.
Während ich noch so darüber nachdenke, kommt plötzlich der Lehrer ins Klassenzimmer. Ich kann mir den Namen des Lehrers nie so richtig merken, aber ich spreche ja auch nicht so oft mit Lehrern...
Aber er ist nicht alleine. Der versprochene 'Neue' ist auch dabei.
"Ruhe!", sagt er, also der Lehrer, um sich Gehör zu verschaffen. Bei ihm klappt das auch ganz gut - die Klasse verstummt und alle starren den Schüler, der ab heute ein Teil unserer Klasse sein wird, an.
"Euch ist sicher schon zu Ohren gekommen, dass wir einen neuen Schüler in unserer Mitte begrüßen dürfen... Sein Name ist Kiro. Möchtest du dich vorstellen?"
"Klar. Also, mein Name ist Kiro, ich bin 17 Jahre jung und... Mehr gibts nicht zu sagen.", sagt er und grinst, wie ein Honigkuchenpferd.
"Dann setz dich bitte auf den freien Platz da hinten.", sagt der Lehrer - wie heißt der bloß noch mal?
Kiro setzt sich auf den Platz am Nachbartisch neben mir.
Und dann beginnt der Unterricht. Ich schalte meinen Standby-Modus ein. Wir haben eh nur Englisch, das kann ich so einigermaßen gut, also brauche ich auch nicht wirklich zuhören...
Die Stunden in der Schule wollen heute aber auch gar nicht vergehen. Gelangweilt sitze ich da und kämpfe mich von einer Pause in die nächste. So langweilig war die Schule auch schon lange nicht mehr. Aber wie alles im Leben, geht auch diese Zeit vorbei...
"Strify? Ist wirklich alles oke mit dir?", fragt Yu besorgt, als wir auf dem Nachhauseweg sind.
"Jaaa... Geht schon.", sage ich, obwohl dem ganz und gar nicht so ist.
Yu stellt sich mir in den Weg, stemmt seine Hände in die Hüfte - was bei ihm wirklich sehr lustig aussieht - und guckt mich prüfend an.
"Strify, ich merke doch, wenns dir nicht gut geht. Spucks aus, was ist los.", sagt er.
Ich weiche seinem stechenden Blick aus. Ich habe noch nie auf die Frage, was mit mir los sei, geantwortet... Ich kann es einfach nicht, egal, wie sehr ich es will, es kommen einfach keine Worte über meine Lippen.
"Striiifyyyy.", sagt Yu und zieht meinen Namen dabei in die Länge.
"Ich... Yu, ich mag nicht darüber reden, oke?!"
Yu seufzt, geht dann aber endlich weiter und ich folge ihm.
Die Bushaltestelle ist in Sicht.
"Willst du noch etwas zu mir kommen? Oder soll ich noch mit zu dir kommen?", fragt Yu.
Ich schüttle den Kopf.
"Nee, ich mag etwas alleine sein. Außerdem bekommt mein Vater´ne Krise, wenn ich nicht nach Hause komme, oder dich direkt mitnehme. Er war heute morgen schon angenervt.", sage ich.
Yu nickt und wir steigen in den gerade ankommenden Bus. Die Fahrt über schweigen wir... Erst, als wir kurz vor der Haltestelle sind, bei der ich aussteigen muss, verabschieden wir uns voneinander. Yu fährt weiter...

24.10.07 21:42


3. Kapitel - News

3. Kapitel - Neuigkeiten

~Strifys Sicht~

Trrrr... Trrrr...
Erschrocken fahre ich hoch. Wo bin ich? Ein Rundumblick verschafft mir einen Überblick. Aha. Ich bin also in meinem Zimmer, auf meinem Bett. Yu, den ich gestern noch angerufen habe, damit er vorbei kommt, ist nicht mehr da. Ich muss eingeschlafen sein. Und Yu hat mir, nett, wie er ist, den Wecker gestellt. Ich gucke auf die Uhr. Ich habe noch genug Zeit mich für die Schule fertig zu machen. Seufzend stehe ich auf...
Als ich im Badezimmer in den Spiegel sehe, trifft mich beinahe der Schlag. Ich sehe scheußlich aus. Bin das wirklich ich? Das ist ja zum Fürchten. Wenn ich nicht wüsste, dass der Mensch im Spiegel nur ich sein kann, dann würde ich behaupten, dass ich das nicht bin. Das bedeutet; erst mal Duschen.
Insgesamt brauche ich eine Stunde, um mich fertig zu machen. Gott sei Dank weiß Yu genau, worauf es ankommt und wie lange ich für mein Styling morgens brauche...
Jetzt muss ich nur noch schnell Deutschhausaufgaben machen und dann kanns los gehen.
Ich gucke also, was wir aufhaben und mache mich an die Arbeit. Dabei kommt natürlich nichts gescheites raus, denn ich mache mir um diese Zeit normalerweise nicht so viele Gedanken über Deutsch. Ich hätte die Hausaufgaben auch schon längst fertig, wenn ich gestern Abend nicht wieder in eine Depri-Phase gerutscht wäre, die ich ab und an schon habe...
"Strify? Musst du heute nicht zur Schule?", ruft mein Vater ins Zimmer.
"Jaaa... Ich bin gleich weg.", rufe ich zurück. Ich gucke auf die Uhr - oh, verdammt. Ich muss tatsächlich los.
"Strify?", mein Vater kommt gerade ins Zimmer, als ich meine Sachen für die Schule packe. Er sieht wütend aus. Ich habe ja auch mal eine ganze Zeit lang die Schule geschwänzt... Ich hatte einfach keine Kraft zur Schule zu gehen. Seitdem passt mein Vater ganz genau auf, dass ich hin gehe.
"Ich bin ja schon fast weg.", sage ich und nehme meine Tasche.
"Ich fahr dich!", sagt er und nimmt mir meine Tasche weg. Ich glaube, er will sicher gehen, dass ich auch wirklich zur Schule gehe.
Widerwillig gehe ich hinter meinem Vater her. Jetzt kann ich Yu nicht an der Bushaltestelle treffen. Aber in der Schule sehen wir uns auf alle Fälle, wenn er sich nicht ausgerechnet heute krank meldet...
Mein Vater fährt mich tatsächlich zur Schule und bleibt noch so lange auf dem Parkpatz stehen, bis ich im Gebäude verschwunden bin. Der kann mich auch mal! Er hat keinen blassen Schimmer von mir, glaubt aber immer, alles zu wissen.
Ich komme noch gerade rechtzeitig, der Lehrer ist noch nicht da und Yu wartet auf unserem Platz schon auf mich.
"Wo warst du denn?", fragt er, "ich dachte schon, dass du nicht mehr kommst. Dabei habe ich dir doch extra den Wecker gestellt."
"Jaaa, weiß ich. Ich wollte ja auch mit dem Bus fahren, aber mein Vater meinte, er müsse mich zur Schule fahren.", sage ich etwas genervt.
"Hey, Yu, Strify, wisst ihr schon, dass heute ein Neuer kommen soll?", fragt uns eine Mitschülerin, die vor uns sitzt und sich zu uns nach hinten gedreht hat.
Ich schüttle den Kopf.
"Nee, ich erfahre doch eh immer alles als letzter.", meint Yu.
"Tja, heute soll er kommen. Mehr weiß ich auch noch nicht.", sagt sie und zwinkert dabei Yu zu. Sie will was von ihm und das weiß schon die ganze Klasse...

24.10.07 21:29


2. Kapitel - Aus der Sicht eines Freundes - Teil 2

2. Kapitel - Aus der Sicht eines Freundes - Teil 2

~Yus Sicht~

Ich streiche Strify beruhigend über den Rücken. Er weint und hält sich an mir fest. Ich weiß, dass es besser ist, ihn jetzt nicht mit Fragen zu konfrontieren, die er sowieso nie beantworten wird. Es ist nicht das erste Mal, dass er mich in solch einer Situation durch einen Anruf gestört hat. Ich bin ihm deswegen nicht böse, dafür sind Freunde schließlich da. Aber ich würde trotzdem gerne wissen, was ihn so beschäftigt...
Es ist so, dass Strify eigentlich wie alle anderen ist - mal von seinem außergewöhnlichen Aussehen abgesehen, dass, nun, vielleicht nicht jeder gleich als normal ansehen würde. Da ich aber genauso 'verrückt' aussehe, wie Strify, stört es mich nicht im geringsten...
Darum geht es auch gar nicht. Strify verhält sich wie viele Jugendliche seines Alters. Er hat Freunde - vielleicht nicht so viele, wie andere, aber dafür sind es bessere. Er lacht viel und liebt Schule genauso, wie ich auch - nämlich gar nicht... Eben wie alle Jugendliche. Aber da ist noch etwas, noch mehr... Es ist, als würde es zwei Strifys geben; einmal der fröhliche, immer lächelnde und gut gelaunte Strify. Und einmal der traurige, unglückliche, verzweifelte Strify, der niemanden an sich heran lässt; auch mich nicht, nicht wirklich zumindest...
Nach einer Weile hört Strify wieder auf zu weinen. Nur noch ein Seufzen ist zu vernehmen.
"Gehts wieder?", frage ich, und drücke Strify etwas von mir weg. Strify sieht nun wirklich nicht gut aus. Er hat verweinte Augen und die Schminke, die sein Gesicht zierte, ist verlaufen.
Er nickt und wischt sich die letzten Tränen aus den Augen.
Wir setzen uns zusammen aufs Bett und ich sehe Strify fragend an.
"Was ist passiert?", frage ich, nachdem er meinen Blick nicht zu verstehen scheint.
Er zuckt mit den Schultern.
Eigentlich ist es sinnlos, ihn zu fragen, was er hat. Er hat mir noch nie eine Antwort darauf gegeben. Irgendwas in seinem Inneren macht ihm zu schaffen, aber er will einfach nicht darüber reden, weder mit mir, noch mit sonst jemandem...
Ich seufze, und Strify lehnt sich an mich. Ich lege einen Arm um ihn...
Es dauert nicht lange, bis ich Strifys ruhigen Atem höre. Zeit für mich, nach Hause zu gehen. Vorher decke ich Strify zu und stelle ihm seinen Wecker, denn, morgen ist wieder Schule und ich möchte nicht, dass er Stress mit seinem Vater bekommt. Und das wird er, wenn er nicht zur Schule geht...
Nachdem ich den Wecker gestellt habe, so dass Strify auch noch genug Zeit hat, sich fertig zu machen, klettere ich aus dem Fenster und mache mich auf den Weg nach Hause...

24.10.07 17:41


1. Kapitel - Aus der Sicht eines Freundes

1. Kapitel - Aus der Sicht eines Freundes

~Yus Sicht~

"Du bist so heiß.", haucht mir das Mädchen ins Ohr, von dem ich noch nicht mal den Namen kenne. Aber das ist egal, hauptsache, sie ist mein Geschmack...
Ich dränge sie auf ihr Bett zu und sie lässt sich bereitwillig darauf sinken. Ohne weiter Zeit zu verlieren, ziehe ich ihr die Bluse aus und verwickle sie in einen wilden Kuss...
Trrrr... Trrr...
Mist. Mein Handy. Ich werde es einfach ignorieren.
Ich fange an, meinem Girl für heute den BH auszuziehen und sie schiebt ihre Hände unter mein T-Shirt..
Trrrr... Trrrr...
Wieder mein Handy.
Mein Girl guckt verstohlen zu meiner Tasche, aus der das Klingeln kommt.
"Lass dich nicht ablenken, Süße. Das wird sicher gleich aufh..."
Trrr... Trrr...
Oke, es scheint nicht aufzuhören.
Ich versuche es weiterhin zu ignorieren und öffne den Knopf ihrer Hose...
"Willst du nicht lieber ran gehen? Vielleicht ist es wichtig.", meint das Mädchen.
Ich schüttle den Kopf und fange wieder an, sie zu küssen.
Trrr... Trrr... Trrr...
"Verdammt.", sage ich und nun gehe ich doch zu meiner Tasche, um an mein Handy zu gehen. Ich bin ganz schön wütend, gerade jetzt gestört zu werden
"WAS?", schnauze ich denjenigen, der an der anderen Leitung ist, an.
"Yu? Ka.. Kannst du... bitte vorbeikommen?", höre ich Strifys verweinte Stimme. Sofort verschwindet meine Wut wieder.
"Was ist los?", frage ich sanfter.
"Ich... ich... kannst du nicht einfach vorbei kommen? Ich... mag nicht alleine sein.", sagt er mit brüchiger Stimme.
"Oke, beweg dich nicht vom Platz, ich komme, so schnell ich kann.", sage ich schnell.
"Oke, bis gleich.", sagt er und legt auf. Ich nehme meine Sachen.
"Wo willst du hin?", fragt das Mädchen enttäuscht.
"Ich muss... weg.", sage ich, weil ich nicht möchte, dass sie mehr erfährt. Es geht sie nämlich gar nichts an.
"Sehen wir uns wieder?"
Ich sehe sie eine Weile lang schweigend an.
"Ich werde mich melden.", lüge ich und weiß jetzt schon, dass ich es nicht tun werde.
Mit diesen Worten verschwinde ich aus der Wohnung des Mädchens und renne zur Bushaltestelle....
Ich halte erst an, als ich an der Hatelstelle ankomme. Der Bus müsste in weniger als fünf Minuten kommen. Schwer atmend warte ich.
Der Bus kommt und ich springe rein (natürlich, ohne ein Ticket zu besorgen, denn dafür bin ich viel zu faul und außerdem kostet das...)
Nervös starre ich die ganze Zeit auf meine Uhr. Muss der Bus auch ausgerechnet heute an jeder Ampel anhalten müssen? Hier geht es schließlich um meinen besten Freund, dem es nicht gut geht, und der meine Hilfe braucht. Ich kenne Strify schon seit einer Weile. Eigentlich schon, seit er und sein Vater hier her nach Berlin gezogen sind...
Der Bus kommt endlich an und ich springe wieder raus, um, so schnell ich kann, zu Strify zu rennen. Nun wird es problematisch. Strifys Vater kann mich nicht wirklich ausstehen, weshalb ich auch meistens durchs Fenster zu Strify gelange (- so wie bei Clarissa, falls jemand die Serie kennen sollte...)
Ich schleiche mich also in den Hintergarten. Dort hebe ich die Leiter, die auf dem Rasen liegt, auf und stelle sie an die Hauswand, um zu Strifys Zimmer zu gelangen...
Sein Fenster ist schon sperrangelweit geöffnet.
Vorsichtig klettere ich die Leiter hinauf.
Strify fällt mir sofort um den Hals, als ich in sein Zimmer trete...

23.10.07 21:08


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