heart.wings.to.fly Rip out the wings of a Butterfly for your soul
5. Kapitel - I scar myself you see I wish it wasn't me

~Strifys Sicht~

Zuhause angekommen, führt mich mein erster Weg in mein Zimmer. Ich weiß, dass mein Vater da ist, aber ich will ihn nicht sehen. Ich will niemanden sehen. Ich möchte alleine sein...
Ich stehe mitten in meinem Zimmer und gucke in die Ferne. Ich fühle mich so leer... Alles um mich herum scheint weiter zu gehen, alles dreht sich, nur ich bleibe stehen...
Warum lassen mich die Erinnerungen nicht los? Warum kann ich einfach nicht vergessen?
Ich starre aus dem Fenster. Es hat angefangen zu regnen. Dicke Tropfen schlagen gegen das Fenster. Der Himmel ist grau und es scheint, als habe sich das Wetter meiner Stimmung angepasst.
Mir ist kalt. Ich habe das Gefühl, von innen zu verbrennen und von außen zu erfrieren.
Tränen bilden sich in meinen Augen. Ich halte sie nicht zurück. Schmerzhaft sind nur die Tränen, die man nicht geweint hat.
Wie in Trance gehe ich auf meine Anlage zu, schalte sie ein. Aus den Boxen klingt das Lied: Nur zu Besuch. Es ist ein wunderschönes, trauriges Lied...
Ohne darüber nachzudenken, was ich tue, gehe ich zu meinem Schreibtisch, öffne die Schublade und hole mein Taschenmesser heraus. Schon lange liegt es dort in meiner Schublade...
In Gedanken versunken kremple ich den Ärmel meines Pullovers hoch, lasse das Taschenmesser aufschnappen und berühre mit der kalten Klinge meinen Unterarm. Langsam setze ich an und ziehe das Metal durch mein Fleisch. Sofort rinnt Blut über meinen Arm. Tränen fallen darauf und vermischen sich mit der roten Flüßigkeit...
Ich spüre den Schmerz nicht...
Ich lasse mich treiben, höre dem Klang der Musik zu.
Wieder setze ich das Messer an und ziehe es durchs Fleisch... Mehr und mehr Blut quillt aus den Wunden. Es tropft auf den Boden...
Plötzlich klopft es an die Tür. Ich zucke erschrocken zusammen, schmeiße das Messer zurück in die Schublade und ziehe den Ärmel meines Pullovers über meine Wunde. In diesem Moment wird die Tür geöffnet und mein Vater steht im Türrahmen.
"Hälst du es gar nicht mehr für nötig, guten Tag zu sagen? Und wie siehst du eigentlich aus?", fragt er.
Ich wische mir schnell mit einem Ärmel über die Augen. Jetzt sehe ich sicher scheußlich aus...
"Ich... Mir gehts nicht gut.", sage ich und versuche das Brennen auf meinem Arm, dass mittlerweile eingesetzt hat, zu ignorieren. Mein Vater sieht mich mit einem seltsamen Blick an. Ich starre auf den Boden und hoffe, dass er nicht das Blut auf dem Boden sieht.
"Was ist mit Hausaufgaben? Hast du die schon gemacht?", fragt er. Mein Herz zieht sich zusammen. Es interessiert ihn nicht, dass es mir schlecht geht. Er sieht nicht, wie sehr ich leide. Ich glaube, er würde es nicht mal merken, wenn ich heute sterben würde. Das Blut auf dem Boden bemerkt er auch nicht.
"Ich... hab sie noch nicht gemacht.", sage ich und versuche dabei nicht zu traurig zu klingen. Wenn er meine Traurigkeit, meine Verzweiflung nicht sehen will, will ich sie ihm auch nicht zeigen. Ich bin ihm doch schei*egal.
"Dann setz dich ran. Du hast sicher eine Menge zu tun.", sagt er, bevor er mein Zimmer wieder verlässt und die Tür schließt.
Ich lasse mich auf meine Knie fallen, fange wieder an zu weinen. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Ich will aus diesem Leben raus! Ich kann und will es nicht mehr leben!
28.10.07 00:50
 


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