heart.wings.to.fly Rip out the wings of a Butterfly for your soul
9. Kapitel - Save my Life

~Strifys Sicht~

Leise ziehe ich mir Schuhe und Jacke an, schleiche mich aus dem Haus und gehe los. Ein letztes Mal drehe ich mich um und gucke zu dem Haus, in dem ich so viele Jahre gelebt habe, aber ich drehe mich nicht mehr um...
Schritt für Schritt gehe ich weiter. Weiter, und weiter... Der Weg ist lang, aber ich gehe tapfer weiter, auch, wenn ich nach einer Weile meine Beine kaum noch spüre, was einerseits daran liegt, dass ich so müde bin, und andererseits daran, dass es so verdammt kalt ist. Aber ich verliere mein Ziel nicht aus den Augen. Ich gehe weiterhin stur darauf zu. Ich werde ganz sicher nicht umkehren. Nicht jetzt...
Ich brauche mindestens eine Stunde, um dort anzukommen... Mein Ziel; es ist eine Brücke...
Ich atme tief ein, und aus, klettere dann behutsam über die Brüstung der Brücke, halte mich aber immer noch fest. Ich starre in den Abgrund. Es ist hoch, sehr hoch. Ich sehe die Autos unter mir ganz klein unter der Brücke durchfahren. Es tut mir leid, den Menschen, die um diese Zeit noch unterwegs sind, mit meinen Problemen zu belasten, aber ich kann nicht anders...
Ich muss nur noch los lassen. Ein Wind kommt auf, streicht durch meine Haare... >Jetzt loslassen<, denke ich mir... Vorsichtig nehme ich eine Hand von der Brüstung. Nun halte ich mich nur noch mit einer fest.
"Willst du das wirklich tun?", höre ich eine Stimme hinter mir und ich zucke zusammen, lasse dabei beinahe los, kann mich aber doch noch in letzter Sekunde festkrallen. Mein Herz rast. Ich drehe mich vorsichtig um und sehe jemanden, der einem Menschen ähnlich sieht, den ich verloren habe. Mich trifft fast der Schlag, als ich diese schwarzen, langen Haare sehe...
"Ich... ich...", stottere ich, klammere mich dabei an dem kalten Metal, aus dem die Brüstung beseteht, fest.
"Komm. Es gibt so viele Dinge, für die es sich zu leben lohnt. Wirf es nicht einfach so weg.", redet der Mensch, der vor mir steht, beruhigend auf mich ein. Tränen finden ihren Weg über meine Wagen. Ich will doch gar nicht mehr leben. Ich will nicht mehr.
"Gib mir deine Hand.", sagt der Schwarzhaarige. Er streckt mir seine Hand entgegen und ich starre sie an. Es verwirrt mich...
Zögernd ergreife ich seine Hand. Sie ist warm und es gibt mir halt. Ich weiß nicht, was gerade mit mir passiert...
Plötzlich rutsche ich aus, verliere den Halt, aber ich werde festgehalten...
Ich bekomme Panik. Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, was ich eigentlich will - ob ich wirklich aus diesem Leben gehen will. Ich bekomme Angst. Es wäre besser gewesen, wenn ich sofort gesprungen wäre, wenn ich mich nicht mehr festgehalten hätte...
Tränen laufen über meine Wangen und ich blicke nach unten. Es ist so verdammt hoch.
"Hab keine Angst, ich lasse dich nicht los!"
Ich klammere mich an die Hand. Ich habe Angst.
"Hab keine Angst.",wiederholt die Person, die mich festhält und zieht mich langsam wieder hoch. Als die Person mich über die Brüstung gezogen hat, falle ich ihr in die Arme und sie auf den Boden.
Ich fange an zu schluchzen. Schon so oft hatte ich daran gedacht, mir das Leben zu nehmen, konnte den Mut aber nie fassen. Und heute, wo ich es beinahe geschafft hätte, werde ich gerettet... Ich kann nicht mehr...

1.11.07 03:23
 


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